Druckausgleich

Bei der Apnoe Disziplin Tieftauchen muss der Taucher den Druckausgleich beherrschen. Gerätetaucher haben im Gegensatz zu Apnoe Taucher den Vorteil, ihre Ab- und Aufstiegsgeschwindigkeit bei einem Tauchgang nahezu beliebig variieren zu können. Sie führen einen ausreichenden Luftvorrat mit sich. Sollten sie beim Abstieg aufgrund des erhöhten Umgebungsdrucks Probleme mit dem Druckausgleich bekommen, können sie den Abstieg verlangsamen bzw. umzukehren. Nachdem sie sich an den erhöhten Umgebungsdruck angepasst haben, können sie ihren Tauchgang fortsetzen.

Apnoe Taucher haben keinen unbegrenzten Luftvorrat. Sollten sie Probleme beim Abstieg haben, bedeutet das meist den Abbruch des Tauchgangs. Außerdem ist die Ab- und Aufstiegsgeschwindigkeit bei Apnoe wesentlich höher. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Apnoist kopfüber abtaucht. Die Luft lässt sich dann schwerer aus den Lungen „nach unten“ pressen. Deshalb ist es bei Apnoe enorm wichtig, den Druckausgleich zu beherrschen. Im Folgenden möchte ich euch die häufigsten Druckausgleichsmethoden vorstellen.

Allen Ausgleichsmethoden gemeinsam ist, dass der Ausgleich um so schwerer fällt, je höher die Druckdifferenz zwischen Außendruck (Wasser) und Innendruck (Ohrtuben / Innenohr / Stirnhöhlen…) ist. Deshalb muss der Druckausgleich frühzeitig erfolgen. Idealerweise wird der erste Druckausgleich bereits an der Wasseroberfläche durchgeführt. Du kannst mit minimalem Überdruck in den Ohrtuben abtauchen. Während den ersten 10 Metern muss der Druckausgleich viel häufiger durchgeführt werden. Das liegt daran, dass hier die Druckdifferenz die größte Volumenänderung mit sich bringt. Von der Oberfläche auf 10 Meter Wassertiefe wird das Luftvolumen auf die Hälfte komprimiert. Auf 20 Meter ist das Luftvolumen auf ein Drittel komprimiert. Die Volumendifferenz ist von 10 auf 20 Meter geringer – und nimmt kontinuierlich ab.

Vasalva

Die wohl bekannteste Methode des Druckausgleichs ist das Vasalva Manöver. Dabei wird die Nase geschlossen und Luft aus der Lunge in den Rachenraum und Ohrtuben gepresst. Der Vorteil ist, dass der Druckausgleich leicht zu erlernen ist. Der Nachteil ist, dass gerade Anfänger den Druckausgleich nicht dosieren und zu heftig durchführen. Folgen könnten ein Barotrauma sein.

Frenzel

Eine fortgeschrittene Methode des Druckausgleichs ist das Frenzel Manöver. Dabei wird die Luft aus der Lunge in die Ohrtuben gepresst und zwar mit dem Zungengrund. Vorteil ist, dass hier die Luft feiner dosiert verlagert werden kann. Außerdem kann der Druckausgleich fast kontinuierlich durchgeführt werden. Du kannst überprüfen, ob du Frenzel oder Vasalva durchführst, indem du den Druckausgleich mit offenem Mund probierst. Funktioniert das, ist das Frenzel. Ansonsten ist es Vasalva.

Frenzel Mouth Fill

In Tiefen, in denen keine Luft mehr aus den Lungen in den Rachenraum gepresst werden kann, kommt der Mouth Fill zum Einsatz. Dabei wird bereits in geringeren Tiefen (ca. 25 Meter oder weniger) Luft aus der Lunge in den Rachenraum bzw. Backen verlagert. In der Tiefe kann jetzt ähnlich wie beim Frenzel Manöver Luft in die Ohrtuben gepresst werden, jetzt allerdings nicht Luft aus der Lunge sondern aus dem Mundraum und zwar durch Kontraktion der Backenmuskeln. Der Vorteil ist, dass der Ausgleich auch in Tiefen jenseits der 30 Meter funktioniert.

Delonca

Wenige Taucher beherrschen das Delonca Manöver. Hier können die Ohrtuben willentlich offen gehalten werden. Das kann geübt werden. Versuche die Muskeln zu aktivieren, die genau in den Moment verwendet werden, in dem beim Gähnen sich die Ohrtuben öffnen.

Es folgt demnächst noch ein Video, in dem die Methoden erklärt werden…